Der deutsche Musikmarkt 2014

Der deutsche Musikmarkt zeigt sich im Jahr 2014 stabil: Zum zweiten Mal in Folge kann die Branche ein leichtes Wachstum verbuchen. Demnach erzielte die Branche mit den Verkäufen von CDs, Vinyl, Downloads und den Erlösen aus den Streaming-Angeboten im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,48 Milliarden Euro – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1,8 Prozent. Erneut bestätigte 2014 eine Besonderheit des deutschen Marktes: Während in fast allen anderen Ländern der Welt das physische Geschäft binnen weniger Jahre rasant abgenommen hat, vollzieht sich dieser Prozess hierzulande erheblich langsamer: Mit einem Minus von nur 1,5 Prozent gegenüber 2013 sorgten CDs, Schallplatten und Co. im vergangenen Jahr noch immer für rund 75 Prozent der Umsätze. 

Wachstumssegmente Digitalmarkt und Streaming

Der digitale Markt ist im vergangenen Jahr noch stärker gewachsen als im Jahr davor. 2014 legte das Geschäft hier um 13,1 Prozent zu und konnte eine Umsatzsumme von insgesamt 371 Millionen Euro verbuchen. Anteil am Gesamtmarkt: 25 Prozent. Dabei entwickelte sich der Downloadbereich tendenziell rückläufig: Während die Download-Alben mit einem Minus von nur 1,2 Prozent noch recht stabil blieben, gingen die Download-Singles mit 7,4 Prozent deutlich zurück. Dennoch machen Downloads mit 66,6 Prozent noch immer zwei Drittel des Digitalgeschäfts aus. Das zeigt, dass das Album als konzeptionelle musikalische Einheit auch im digitalen Zeitalter noch immer treue Fans hat.

Der Anteil des Musikstreamings über die Audio-Streaming-Plattformen wie Spotify, Napster, Deezer und Co. ist mit 29,1 Prozent zwar (noch) deutlich geringer, dafür aber extrem dynamisch und Motor aller Zuwächse im Digitalgeschäft: Die Umsätze schossen im vergangenen Jahr um 78,6 Prozent nach oben auf eine Umsatzsumme von 108 Millionen Euro. 

Album dominiert

108 Millionen Alben sind 2014 verkauft worden, das sind praktisch so viele wie im Vorjahr. Der Vinyl-Absatz ist mit 1,8 Millionen verkauften Schallplatten um gut 27 Prozent gewachsen. Jedes fünfte Album eines deutschen Künstlers wird als Download verkauft. Die physische Single verliert um 22 Prozent, Streams wachsen um 90 Prozent.

Musikkäufer

3,7 Prozent der Bevölkerung sorgen für 46,2 Prozent der Umsätze. Musikkäufer gaben im Durchschnitt knappe 60 Euro für Musik aus, Intensivkäufer sogar 250 Euro. Daneben ist die Zahl der Nichtkäufer gestiegen. Es gibt doppelt so viele CD-Käufer wie kostenlose Streamer. Jugendliche unter 19 Jahren geben 2015 weniger Geld für den Musikkauf aus. „Twens“ begeistern sich stärker für Dance, die Klassik wird noch männlicher.

Weitere Informationen gibt es auf den Seiten des Bundesverbandes Musikindustrie und im Branchenmagazin Musikmarkt.

Quelle: Bundesverband Musikindustrie