Studium

Kein anderes Bundesland bietet eine solche Vielfalt an Hochschulen wie Baden-Württemberg. Forschung und Lehre an den Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften (ehemals Fachhochschulen) und Pädagogischen Hochschulen haben hohe Qualität und z.T. internationalen Rang. Allein vier der neun Eliteuniversitäten in Deutschland befinden sich in Baden-Württemberg. Die Kunst- und Musikhochschulen des Landes genießen hohes Ansehen und üben große Anziehungskraft auf Talente aus der ganzen Welt aus. Die Duale Hochschule (ehemals Berufsakademie) stellt die vielleicht wichtigste bildungspolitische Innovation in der Bundesrepublik Deutschland dar.

Mit mehr als 250 Studiengängen in den Bereichen IT, Medien und Kommunikation verfügt Baden-Württemberg über ein umfassendes und innovatives Ausbildungsangebot, das in seiner Vielfalt von keinem anderen Bundesland erreicht wird. Studiengänge in den Fachbereichen Informationstechnologien, Medien- oder Kommunikationswissenschaften finden sich an allen Hochschulen des Landes.


Studienangebote an Universitäten

An allen neun Landesuniversitäten sind Informationstechnologien, Informatik und Computerwissenschaften ein fester Bestandteil des Ausbildungsprogramms. Führend im Bereich Informatik sind nach dem Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) die Universität Karlsruhe [www.uni-karlsruhe.de], die im Zuge der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder das Prädikat "Eliteuni" erhielt, sowie die Fakultät für Mathematik und Informatik an der Universität Heidelberg [www.uni-heidelberg.de], die Universität Freiburg [www.uni-freiburg.de] und die Universität Konstanz [www.uni-konstanz.de], die ebenfalls als Eliteuniversitäten ausgezeichnet wurden. Hier erfahren Computerbegeisterte im Studiengang Information Engineering alles über Rechner und informationsverarbeitende Systeme.

An der Universität Stuttgart [www.uni-stuttgart.de] können sich Studenten im Bereich Visualisierung, Interaktive Systeme und Mustererkennung besonders qualifizieren. Der Studiengang Simulation Technology an der Universität Stuttgart bietet durch seine Anbindung an das Stuttgart Research Center for Simulation Technology und das Exzellenzcluster SimTech einen hohen Forschungsbezug und interdisziplinäre Vernetzung. In Kooperation mit zwei ausländischen Universitäten bietet die Universität Stuttgart seit Herbst 2010 einen neuen Master-Studiengang an: Im Fokus des zweijährigen Vollzeit-Studiums Service Engineering stehen die Entwicklung und das Management von qualitativ hochwertigen IT-basierten Dienstleistungen.

Bekannt und begehrt sind die 100 Plätze im Studiengang Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim [www.uni-hohenheim.de], in dessen Mittelpunkt die Arbeitsweise und Wirkung der Massenmedien stehen. In Stuttgart-Hohenheim gibt es auch einen auf vier Semester angelegten Aufbaustudiengang Journalistik, der in kompakter Form für Berufe in den Printmedien, im Rundfunk und im Online-Journalismus qualifiziert und Modellcharakter hat.


Praxisorientierte Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Die Verbindung von wissenschaftlicher Lehre und einem hohen Maß an Praxisorientierung charakterisiert die Ausbildung an den 33 Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Land (ehemals Fachhochschulen), von denen die Mehrzahl auch Studiengänge im Bereich IT, Medien und Kommunikation anbietet. Das wohl umfassendste Spektrum findet man an der Hochschule der Medien in Stuttgart [www.hdm-stuttgart.de] mit 22 akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengängen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Druck und Medien, Electronic Media sowie Information und Kommunikation. Neuartig ist dort der Studiengang Mobile Medien, bei dem Studierende Anwendungen für mobile Endgeräte entwickeln, innovative Geschäftsmodelle für mobile Medien entwerfen und lernen, Dienste und Services zu realisieren. Angehende Technische Redakteure finden an der Hochschule Aalen [www.htw-aalen.de] einen passenden Studiengang, in Offenburg [www.fh-offenburg.de] kann man Medientechnik studieren. Zudem wurde dort jüngst der Studiengang "Unternehmens- und IT-Sicherheit" eingerichtet. Mediendesigner werden an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd [www.hfg-gmuend.de] ausgebildet, und auf PR-Interessierte wartet ein Zertifikatsstudiengang an der Hochschule Pforzheim [www.hs-pforzheim.de]. Die Hochschule Pforzheim bietet als eine der wenigen Hochschulen in Deutschland einen eigenständigen Studiengang Werbung/Marketing-Kommunikation an. Die Fakultät Informationstechnik der Hochschule Esslingen [www.hs-esslingen.de] bündelt in den drei Studiengängen Kommunikationstechnik, Softwaretechnik und Medieninformatik, sowie Technische Informatik mit besonderem Fokus auf Usability ihr Angebot. Ausbildungsgänge rund um die Themen Musikdesign, Musikmanagement und Musikpädagogik bietet die Popakademie in Mannheim [www.popakademie.de]. Seit dem Wintersemester 2011/2012 bietet der Fachbereich Musik- und Kreativwirtschaft zudem einen branchenübergreifenden Masterstudiengang "Music & Creative Industries" an.

Auf Medieninformatik ist die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Furtwangen [www.fh-furtwangen.de] ausgerichtet. Dort werden in der Fakultät Digitale Medien die Bereiche Informatik, Technik, Gestaltung und Wirtschaft auf hohem Niveau miteinander verbunden. Der bundesweit erste Studiengang "Medienkonzeption" legt seinen Fokus auf den konzeptionellen Entwurf von multimedialen Anwendungen. Weitere Besonderheit: Im Angebot hat die Hochschule die Schwerpunkte Musikdesign und Gamedesign. Der Fachbereich Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe [www.hfg-karlsruhe.de] ist der kleinste seiner Art in Deutschland, bietet aber einen der renommiertesten Studiengänge für angehende Designer. Sie erhalten dort das theoretische, vor allem aber das praktische Rüstzeug für eine spätere Tätigkeit in Kunst, Medien, Film, Agenturen und Verlagen. Seit Beginn des Wintersemesters 2010 bietet die Hochschule für Musik in Karlsruhe [www.hit-karlsruhe.de] den neuen Kombi-Studiengang Musikwissenschaft/Musikinformatik in erneuerter Form an. Die noch junge Disziplin der Musikinformatik steht hier gleichberechtigt neben der überwiegend historisch ausgerichteten Musikwissenschaft.

IT-Anwendungen in der Medizin thematisieren die Hochschulen Heilbronn [www.hs-heilbronn.de] und Ulm [www.hs-ulm.de]. Dabei ist die Hochschule Heilbronn zudem besonders stark im Bereich "Electronic Business" und bildet Studierende als Schnittstellen-Experten aus, die sich sowohl in der Betriebswirtschaft als auch der Informatik zu Hause fühlen. An der Hochschule Karlsruhe [www.hs-karlsruhe.de] stehen Informatik und Multimedia und an der Hochschule für Technik in Stuttgart [www.hft-stuttgart.de] Software-Technologien im Fokus.

Eine der renommiertesten Ausbildungsstätten für Film und Medien in Deutschland ist die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg [www.filmakademie.de], die mit ihrem projektorientierten Lehrkonzept und 300 Gastdozenten pro Jahr auch international einen exzellenten Ruf genießt. Die Filmakademie verfügt über ein eigenes Institut für Animation, Visual Effects sowie digitale Postproduktion. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Filmakademie wurde im Herbst 2008 die Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, kurz Theaterakademie, eröffnet [www.adk-bw.de].


Besonderheit Duale Hochschule Baden-Württemberg

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg [www.dhbw.de] ist wohl die erfolgreichste bildungspolitische Innovation der Nachkriegszeit. Ihre Vorgängereinrichtung, die Berufsakademie Baden-Württemberg, wurde 1974 mit den ersten Standorten in Stuttgart und Mannheim gegründet. Mittlerweile hat sich das bewährte und zukunftsweisende Modell einer tertiären Bildungseinrichtung im In- und Ausland hohe Anerkennung erworben. Ihr Ausbildungskonzept basiert auf der Verbindung von Studium und praktischer Ausbildung in einem Unternehmen. Die acht Standorte der Dualen Hochschule Baden-Württemberg verzeichnen derzeit rund 26.000 Studierende. In Kooperation mit über 9.000 Partnerunternehmen und sozialen Einrichtungen bietet die Duale Hochschule ein breites Spektrum an Studiengängen in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Sozialwesen.

So bietet zum Beispiel die Duale Hochschule Heidenheim einen Studiengang Informationsmanagement mit den Vertiefungsrichtungen Industrie und Medizin. Auf der Liste der Kooperationspartner finden sich bekannte Firmen wie Carl Zeiss, Voith oder Intel sowie zahlreiche Kliniken. Die Leitidee der Studienrichtung Dienstleistungsmanagement - Medien und Kommunikation der Dualen Hochschule Stuttgart ist es, Medien- und betriebswirtschaftliche Kompetenz auf höchstem Niveau miteinander zu verknüpfen. Insbesondere Medienunternehmen in ihrer volatilen Umwelt profitieren von der Kernmaxime der Dualen Hochschule, dem Theorie-Praxis-Transfer. Europaweit einmalig ist der Online-Masterstudiengang "Intelligente eingebettete Mikrosysteme", den die Duale Hochschule Lörrach in Kooperation mit der Universität Freiburg anbietet. Er richtet sich an berufstätige Absolventen aus den Bereichen Informatik, Mikrosystemtechnik und Elektrotechnik und orientiert sich konsequent an der industriellen Praxis.

Komplettiert wird das Angebot durch eine Vielzahl an Hochschulen in privater Trägerschaft. Beispielhaft genannt sei die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation [www.macromedia-fachhochschule.de], die mit über 60 Professuren, 20 wissenschaftlichen Mitarbeitern und zahlreichen Lehrbeauftragten die derzeit über 1.700 Studierenden bundesweit in den Studienrichtungen Medienmanagement, Journalistik, Medien- und Kommunikationsdesign sowie Film und Fernsehen betreut. So können im Rahmen des Studiengangs Medien- und Kommunikationsdesign Studenten zwischen den Schwerpunkten Design, Animation und Games wählen. An der SRH Hochschule Calw [www.hochschule-calw.de] kann man Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Medien und unternehmerische Kommunikation sowie Verbraucherjournalismus studieren. Die Zeppelin University in Konstanz [www.zu.de] legt mit dem Studiengang "Communication & Cultural Management" einen Schwerpunkt auf die Kommunikation in unterschiedlichen kulturellen Umgebungen. Und die bundesweit einzige Gestaltungshochschule mit Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat, die Stuttgarter Merz Akademie [www.merz-akademie.de], bietet einen Bachelorstudiengang Gestaltung, Kunst und Medien mit den Richtungen Film und Video, Interface Design und Visuelle Kommunikation.


Spezielle Förderung der IT- und Medientalente im Land

Mit dem Karl-Steinbuch-Stipendium der MFG Stiftung Baden-Württemberg [www.karl-steinbuch-stipendium.de] erhalten kreative Spitzentalente und junge Softwareforscher aus Baden-Württemberg die Möglichkeit, fachübergreifende Projekte mit IT- und Medienbezug umzusetzen. Die Laufzeit des Karl-Steinbuch-Stipendiums beträgt zwölf Monate. Die Förderhöchstgrenze liegt bei rund 830 Euro pro Projektmonat, demnach können pro Projekt bis zu 10.000 Euro beantragt werden. Die Vielfalt der geförderten Projekte reicht von E-Health, über mobile IT und Visualisierung bis hin zu Web 2.0-Anwendungen.

Einen Überblick über die Medienstudiengänge in Baden-Württemberg finden Sie auf unseren Seiten. Die Servicestelle Studieninformation, -orientierung und -beratung (SIOB) im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg verfolgt das Ziel, Studieninteressierte durch gezielte Informationen zu einer fundierten, sinnvollen Studienfachwahl zu bringen [www.studieninfo-bw.de].


Medienforschung

Das hochklassige und breitgefächerte Ausbildungsangebot im Land spiegelt sich in einer lebendigen Medienszene mit hervorragenden Netzwerken und einem breiten Spektrum an Forschungseinrichtungen für Medienfragen wieder. Verankert sind diese Einrichtungen sowohl an den Hochschulen des Landes wie auch an einer Vielzahl öffentlicher und privatwirtschaftlicher Einrichtungen und Initiativen. Schwerpunkte sind kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen, Media-Analysen sowie die Reflektion der Medienwirkung.

Größtes universitäres Forschungszentrum im Bereich Medien ist der Fachbereich Kommunikationswissenschaft und Journalistik an der Universität Hohenheim, dem die Forschungsstelle für Medienwirtschaft und Kommunikationsforschung angegliedert ist.

Ein umfassender Pfeiler der anwendungsorientierten Medienforschung und -entwicklung ist die Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart mit dem ihr angegliederten Institut für Angewandte Forschung. Die Schwerpunkte reichen von Softwaresystemen über audiovisuelle Medien, innovative Print- und Publishing-Technologien und neue Lernwelten bis hin zu Fragen der Medienwirkungsforschung sowie der Medien- und Wirtschaftsethik. Darüber hinaus verfügt die HdM über ein Institut für Werbung und Marktkommunikation, das insbesondere mittelständischen Unternehmen zu Seite steht. Insgesamt 14 Bachelor- und fünf Masterstudiengänge stehen zur Auswahl. Neu hinzugekommen ist der Bachelor-Studiengang Public Relations. Daneben wurde im Studiengang Druck- und Medientechnologie die Vertiefungsrichtung Graphic Arts Technology eingerichtet, sich mit der Technologie von Druckverfahren beschäftigt.

Eine einmalige Einheit aus Lehr-, Forschungs- und Ausstellungsinstitution ist das mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) verbundene Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) [www.zkm.de] in Karlsruhe. Es zählt zu den größten europäischen Einrichtungen für Medienkunst und Medienforschung. Führend auf dem Feld der Umfrageforschung ist das Institut für Demoskopie in Allensbach [www.ifd-allensbach.de]. Zum Leistungsspektrum im Bereich der Medienforschung gehören bekannte Media-Analysen wie die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) oder die Computer- und Telekommunikations-Analyse (ACTA).


Förderung der Medienkompetenz

Ein großes Anliegen ist Baden-Württemberg die Förderung der Medienkompetenz mit Hilfe der Medienbildung und Medienpädagogik. Verankert ist diese Disziplin insbesondere an den Pädagogischen Hochschulen (PH) des Landes. So führt die Abteilung Medienpädagogik an der PH Ludwigsburg praxisnahe Studien durch, die mediendidaktische Lernarrangements oder den Einsatz audiovisueller Medien zur Integration von Jugendlichen aus Randgruppen beleuchten. Von zentraler Bedeutung für die Medienerziehung ist auch der medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs), der unter anderem die Basisstudie "JIM" zum Umgang Jugendlicher mit Medien und Information sowie die Studie "Kinder und Medien" (KIM) herausgibt.

Den Erwerb, die Vermittlung und die Kommunikation von Wissen mit innovativen Technologien erforscht das Institut für Wissensmedien in Tübingen. Aktuelle Themen sind die Entwicklung hypermedialer Lernumgebungen sowie Cybermedien, die Lerninhalte in Form grafisch-dreidimensional gestalteter Szenen vermitteln. Und das Internetportal Media-culture-Online [www.mediaculture-online.de], ein Projekt des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, hält Arbeitsmaterialien für Studierende und Lehrer bereit und gibt eine Übersicht über Beiträge zu den Themen Medienforschung, Medienwirkung und -theorie.

Die Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg [www.kindermedienland-bw.de] bietet neben aktuellen Informationen rund um das Thema Mediennutzung und -bildung in der Rubrik Aus- oder Weiterbildung auf ihrer Internetpräsenz einen Überblick über Hochschulen mit entsprechenden Angeboten in Baden-Württemberg.